Tag + Nacht - splitter

Schweigemauer.

Stolpersteine auf der Zunge.
Vergessenes angehäuft
aufgestapelt in Erinnerungen.

© Chr.v.M.




Resttag unter grauer Sonne.

und die sonne
ist hinter mir
umwolkte ständige begleiterin
mit einem auge ausgeleuchtet
den knickweg der so staubig
übergraut und flach
fast schamhaft
vor mir liegt

goldgrau die sonne
im blinzeln ein versinken
im staub und dunstnebel
mit einem ernsten augenaufschlag
millionenhalmiges
belanglosdürftiges gras
nach der wegebiegung
erschöpft mir dargeboten.

dürre grasteppiche
die nach blumigen erleben riechen
dazwischen industriedüfte
für taunächte und erträumtes
und über mir jetzt der himmel
der gnädig grauhalmiges umarmt
hier bleibe ich mit nackten füßen
ein barfüßiges bestaunen
und die sonne versinkt in mir.

© Chr.v.M.


 Morgenschübe.

mit dem staccato
von gähnenden wachlauten über
noch abgedunkelte nachterinnerung
gestolpert

dann die übergabe der töne
durch gekippte fenster
ins morgenlicht
entlassen

brötchen und kaffeduft
umgerührt in die tageserwartung
bis das jetzt den uhrzeiger
von uns weg rückt

als hätte es
das erwachen
eben
nicht gegeben.

© Chr.v.M.



Mit dem Blatt…

mit dem blatt das aufwärts strebt

geht der tag ganz leise unter
ohne eile ist das helle
und ein blatt abwärts noch strebt.

dämmert schnell – dort nachtumfangen
webt die spinne und sie bebt
um ein blatt das seitwärts strebt.

dunkelt dann – die motten flattern
traum begleitend munter mutig
an dem blatt das innwärts lebt.

© Chr.v.M.







Die Sucherin.

Ich suche das Ende vom Regenbogen.
Wälze mich durch Farben.
Im Colorrausch tanze ich
nackt zwischen lila und senfgelb.

Tauche in smaragdgrün
silberblitzende Fische
springen mir aus dem offenem Mund
zwischen Wahn und Erfolg ist es nicht weit.

So rutsche ich längsschräg
an der Liebe vorbei
kippe Tränenwasser aus
das die Mäuler nach Luft ringen.

Verschwappte Rosinenträume
und unterwegs im Abgleiten,
schneide ich Streifen in das Erfolspapier
und suche mit dem

großen Onkel tastend
das Standbein zwischen dem Ende
und vor dem  Anfang
des Regenbogens.

© Chr.v.M.


Morgenzauber.

silbergraue nebelfäden
scherbengrün
der zauberwald

in den frühen morgenlüften
murmeln gnomgestalten
wirre wünsche

falter taumeln
feen schweben
mondglanz noch in ihren haaren

und sie heben nachtversunken
in den flügelhänden
schaumgeschlagen unsre träume

dem erwachten tag
entgegen.

© Chr.v.M.


Abendgeflüster.

irrlichter tanzen.

unter der weide
ist die wiese lila
hier flüstern feen geweihte weisen.

in dem knackenden astwerk
hocken
spinnengespenster.

fadengespinnste
im wind
bilden klebrige schlingen

durchsichtig
ihre stricke
um die nacht zu fangen

thronende kobolde spähen
nach tagesherzblut
auf schillernden schneckenhäuschen.

in  faltigen augen versinkt
der träumende abend
in goldrostige klänge.

© Chr.v.M.


Streetworker

Nachttränen :

klopfe dir die zeit ins endlose
kippe das grau der strasse
in den gulli der sorglosigkeit
lasse hoffnung mit dem wind wehen
sammel uns das laternenlicht
bis der schnee wieder schwarz wird
hell ist die nacht nur mir.

© Chr.v.M.




Heute Ungereimtes.

Reisende die auf Weiterfahrt hoffen.
Auch der Güterverkehr ist betroffen.

 

Chaos HEUT`auf allen Strecken
alle STOPP´S dann mit Schrecken.

 

Streiks und Bangen – Notverkehr –
und das Warten fällt so schwer.

 

Wer kann helfen, wer weiß weiter,
Manche stönen, das wird heiter.

 

Zwischenstopps und andre Pannen,
Jeder muß die Nerven sammeln.

 

Alle Gleise leer gefegt und * nichts*
was diesen Fahrplan bewegt.

 

Frust der sich an Schienen häuft
besser ist es, wenn es läuft.

© Chr.v.M.

 




ferne weht

auf dem gleis 7 – 8
übergeben sich züge
werfen sich ankommende
aus den erstickten abteilen.
im verbissenen lila
ergraut der abendhimmel
froh umarmen sich
erschöpft reisende
mit wartenden sehnsuchtsgestalten
versinken lautlos in der nacht
in ein nichts.

und dort

schleicht die dämmerung
entlang am bahnsteigs
bläst den einsteigenden
wohlfühlwonne ins genick
die türen betteln nach passagieren
es knallt das fernweh
auf den mechanismus
die klinke freiheit schließt

im fenster winken
weiße taschentücher
die letzte botschaft
dann in eile
noch auf die scheibe gedrückt
gekratzte herzen
lebensläufe in kurzform
es rinnt die träne
dir übers abschiedsgesicht

im grellen pfiff
versinken rotschlußlichter
vernebeln in den gesichtern
der dagebliebenen.
die ferne verblasst
die nähe wird noch näher
das nächste mal ein
mit. ein. steigen .

© Chr.v.M.

 



Morgenschübe.


mit dem staccato
von gähnenden wachlauten über
noch abgedunkelte nachterinnerung
gestolpert

dann die übergabe der töne
durch gekippte fenster
ins morgenlicht
entlassen

brötchen und kaffeduft
umgerührt in die tageserwartung
bis das jetzt den uhrzeiger
von uns weg rückt

als hätte es
das erwachen
eben
nicht gegeben.

© Chr.v.M.




 

Fliegende Himmelsfische.

Fliegende Himmelsfische
Krähen die das Brautkleid tragen.

Unter Wasser Glitzeraugen
fiebrig heiß die Ölung der Pupillen.

Blütenbänder aus dem Gefrierfach.
Umgelegte Kopfschmerzverhütung.
 
Verweile am Zaun deiner Denkerfalten,
im kurzgeschnitten Rasen deiner Haare.

Dort  hängen meine Lebensbilder durch,
bleibe im Netz der Nervenfäden hängen

und warte, warte
auf meine Rettung.


© Chr.v.M.

  zwischen einem Migräneanfall







Windbraut.

Windbraut in der Abendröte
das Herz geschminkt,
dein Mund spaltet die Nacht.

 

Surr mit den Grillen
durch das Tor
der Stille.

© Chr.v.M.





 

Am Morgen wird mein träumen Gestern.

Der Morgen blau auf weiten Schwingen
der Vögel Lieder zaghaft klingen
es reifen Träume noch auf Tau.

Da winkt ein Sehnen ins Erwachen
und durch die Stille dringt
ein Hauch von Morgenlachen.

Es zeichnet dir ein Streicheln
auf die Wange und lange tanzt
dein Seelenglanz um mir den Tag

zu fangen.

© Chr.v.M.

 





Windspalter auf Stoppelfeldern.

 
 

Windspalter, Donner und Blitze
Wolkenfelder grau und Hitze.
Drückend kriecht der Strom durch Rohre
Grillen zirpen laut im Chore.

Durch den Tag dringt laut das Summen.

Traktoren die nicht verstummen
Schweißgebadet, Sorgenfalten
Wettergott der hier verwaltet
Was geerntet und was nicht.

Auf dem Abend leis` das Kommen.

Doch geschafft und doch gewonnen
Speicher die sich prall nun füllen
Gottglaube und fester Willen
Regennass nur Strassenrillen.

In der Nacht dann aufgewacht.

Leise surren die Rotoren.
Sternenklar bis in den Morgen
Wettertage, Wechselspiele,
morgens grüßt die erste Biene.

Tage wie ich sie so liebe.

© Chr.v.M.


Nachtküsse.

In meinen Träumen bewahre ich
das Staunen und dein Lachen
wenn schlaftrunken alle Sterne
auf meine Märchendächer purzeln
und der Mond spitzbübisch
durch staunende Traumfenster blickt.

Bis die knarrende Türe des Morgens
in den neuen Tag fällt
und alle Lichtpunkte auf meiner Bettdecke
sich in Glücksmomente verwandeln
und ich sie festhalte am Saum
der verschwiegenen Nacht.

© Chr.v.M.

 
 
 
Schattenlichter.

Schatten der Träume
bestimmen unser Leben
in grauen Pausen.

Fantasie
im Wunderland
der Gedanken.

Glücklich und unbefangen
im Wind
der eilenden Wortfarben.

© Chr.v.M.

 


Rot auf Weiß Flieger.

Noch gähnen
die Schattenwölfe
an den weißen Mauern
blutgetränkt in Grünblau.

Unter dem Rudel
hat die Hilfslosigkeit einen Namen,
stell ihm einen Fuß dem Tod,
oder krepiere zähnefletschend
am Arbeitswahn.

Menschenretter, blasser Wanderer,
atemlose Seelenfänger
immer noch und wieder,
hilflos benommen zum Morgen

und zwischen allen Sonderschichten
knickse ich,
der Pflicht ergeben ,
rette weiter Menschenleben,


so genau so,
ist das eben…

© Chr.v.M.


Wasserstrassen – Autobahnen.

 

Waschküche auf Autobahnen
Regenguß und langsam fahren.
Grauer Himmel, Wolkengüsse,
Petrus verschenkt tausend Küsse.

Scheibenwischer, blanke Seen,
Nebelgrau, plötzchen kein Sehen.
Warnblinkleuchte, Blitz und Donner,
Stau plus Zeitdruck, welch ein Kummer.

Trocken im Auto,
ist das nun Glück ?
Ich,trotz Stau,

fahr nicht zurück.

© Chr.v.M.


Heute Ungereimtes…

 

Reisende die auf Weiterfahrt hoffen.
Auch der Güterverkehr ist betroffen.

Chaos HEUT`auf allen Strecken
alle STOPP´S dann mit Schrecken.

Streiks und Bangen – Notverkehr –
und das Warten fällt so schwer.

Wer kann helfen, wer weiß weiter,
Manche stönen, das wird heiter.

Zwischenstopps und andre Pannen,
Jeder muß die Nerven sammeln.

Alle Gleise leer gefegt und * nichts*
was diesen Fahrplan bewegt.

Frust der sich an Schienen häuft
besser ist es, wenn es läuft.

© Chr.v.M.

 
 
 

simsalabim

 

 

Eile mit Weile zum Knall auf Fall
ein Schwuppdiwupp und Zappzarapp

ohne Holterdiepolter mit Wischiwaschi
Ratzfatz kunterbunt, mein Shoobedooo.

 ich dein
Etepetete.

© Chr.v.M.


 

Morgenminiatur.

Graue Holpersteine, rote Häuser
Backstein entblättert
schlaftrunken erstarrt
als würde sich alles
Winterfern häuten.

Dort dann wo das Neue
das Alte versteckt
entwirft der Morgen
ein Knitterkleid für
noch kühl und bald heiss

und es hallt der Klöpel dumpf
mit gläubigem Gruß
zwischen dem Glockennicken
bis das Klackern der Kirchturmuhr
im Rundlauf der Zeiten

mich neu ermuntert.

© Chr.v.M.


 

  DER FISCHER.

Das Wasser rauscht`, das Wasser schwoll,
Ein Fischer saß daran,
Sah nach dem Angel ruhevoll,
Kühl bis an`s Herz hinan.

Und wie er sitz und wie er lauscht,
Teilt sich die Flut empor;
Aus dem bewegten Wasser rauscht
Ein feuchtes Weib hervor.

Sie sang zu ihm, sie sprach zu ihm :
„ Wie lockst du meine Brut
Mit Menschenwitz und Menschenlist
Hinauf in Todesglut ?

Ach wüsstest du, wie`s Fischlein ist
So wohlig auf dem Grund
Du stiegst herunter, wie du bist,
Und würdest erst gesund.

Labt sich die liebe Sonne nicht,
Der Mond sich nicht im Meer ?
Kehrt wellenatmend ihr Gesicht
Nicht doppelt schöner her ?

Lockt dich der tiefe Himmel nicht,
Das feuchtverklärte Blau ?
Lockt dich dein eigen Angesicht
Nicht her in ew`gen Tau ? „

Das Wasser rauscht `, das Wasser schwoll,
Netzt ihm den nackten Fuß;
Sein Herz wuchs ihm so sehnsuchtsvoll,
Wie bei der Liebsten Gruß.

Sie sprach zu ihm, sie sang zu ihm;
Da war`s um ihn geschehn :
Halb zog sie ihn , halb sank er hin,
Und ward nicht mehr gesehn.

Johann Wolfgang Goethe ( 1749 – 1832 )

und nun ? :

 

Mein Fischer !

; )

Das Wasser rauscht,
das Wasser schwoll,
umspülte seinen Fuß.
Ein Fischer saß
er saß und lauschte
er summte einen Blues.

Da teilte sich die Flut
empor ein Wasserweib
so ohne Nicht`s  so ohne Kleid,
sein Herz knallrot wie Glut.

Sie bauschte sich, er hockte
Sie lockt den Wicht, er rockte
Sie sprach, sie sang
so wunderschön
da war`s um ihn geschehn
Sie zog – er sank-

er (trank)

wurd ` niemals mehr gesehn.

© Chr.v.M.

 

 

 

 
 
Mit einem Wimpernschlag Deiner Zeit bewegst Du meine Welt.© Chr.v.M.
 
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