LAUFworte

Jahreseinblicke in meiner
atemlos - lauf - worte - reihe…


Laufworte : ohne punkt und komma - alles in klein geschrieben und atemlos die sätze ...






LAUFworte:


jeden tag aufs neue dort und wie nun hier
drängt sich vorwitzig ein sonnenstrahl durch watteweiche wolken und klebt sich mutig an rebengehölz vergrößert den morgen im tautropfen in meiner verschlafenen  welt gottes  zwischen goldbraunen hängen ein tag der anfängt in samtblau zu lächeln als dort  ganz weit da hinten die kirchturmglocke hell anschlägt

© Chr.v.M.


LAUFworte:



verso il nord est

so in den letzten leuchtfarben des sommers den einen übriggebliebenen lichtstrahl gefangen zwischen dem türspalt der reedgedeckten kote bis ostseewind in meinen nacken beißt und das häuschen mir geschichten erzählt zerbrechliches von vergangenheit und gegenwart im erlöschenden licht vor dem schwindenden duft der letzten entblätterten
doch immer noch lächelnden sommerblume

© Chr.v.M.




LAUFworte :

 

die freche freundin...

 

 

schwebend magisch angezogen von meinen sommersprossen auf der nase deine glasflügel licht gebündelt da sitzt du
die geschnürte taille als neuesten chic im durchsichtigen ballettröckchen tanzfreches keckes kitzelndes ungeheuer
du fliege weiter
suche dir einen anderen platz !

© Chr.v.M.




LAUFworte : Wieso


 


Wieso gerade hier ? wohin ?

im abgaszischen holpert der traktorenkrach
hängt sich in die türfüllung zum übernachten
standfest dort zur sicherheit ewig schon

meine überschallverdrängung im drehen des radioknopfes
volle lautstärke mit der teilbefriedigung im rythmus
des neuesten chaoshits

während autoabgase und gummidämpfe sich unter dem haustürspalt durchdrücken
schieben gepresste nebeldünste sie in die wohnung
auf der suche nach dem duft einer anderen welt

und killen die blumen am fenster beim aufsetzen
mit geröteten erstaunten augen nun ich dort

und sinniere wohin SIE alle fahren…

© Chr.v.M.





 

LAUFworte:   dann DOCH !

das frühjahrswunder ausgebreitet auf silberglänzenden schalen gespiegelt für starrerschrockene  krähen blicknah die bleifiguren in blauschwarz wie sie dort warten auf aussaat nur auf erstickten feldern steckt der frühling grüngetünchte wiesenhalme unter storchenbeine so atme ich das wache rauschen des baches ein und unter den klapprigen flügeln der stöhnenden mühle dreht sich die wiederkehr weiter und weiter und ewig wund.
© Chr.v.M.



 


LAUFworte: endlich fleissbilder

„spazierfahrt in`s tagesglück.“

wogende wiesenhalme die schüchternen blütenköpfe in den himmel gesteckt im tagesgold dengelt ein mann blitzt silbern die sense tanzen ahnungslos zwei blaue  schmetterlinge bis es zischt und ein marienkäfer unbemerkt auf erdbraunen schuhen landet halm um halm fällt stoppelig der boden lang die arme weit ausgestreckt dann wieder angewinkelt den rücken gekrümmt strich um strich hängt er fleißbilder in die luft den schweiß auf der stirn und eine fröhliche melodie auf den lippen  das nun der wald den heuduft einfängt und das peitschen der hiebe auch das fliehende lied auf den lippen des bauern bei dem gedanken eines vollen duftenden schobers und ich weiter fahre unbemerkt den rollenden kinderwagen mit klapperbunten holzspielzeug über den feldweg schiebe und der specht klopft im takt beständig aus dem baumgrün  wie sie nun gluckst vor vergnügen deine kleine
© Chr.v.M.



LAUFworte : tausend küsse und dein lächeln


die füße noch in den hauspantoffeln schlurfst du durch die letzte kammer wie ein nachdenklicher pinguin im schnee das ich in versuchung komme deine hände zu ergreifen um mit dir rückwärts zu rennen durch all unsere jahre und unter deinen nebelgrauen wimpern begegnet uns ewig dieser stolze Augenblick  
© Chr.v.M


LAUFworte : blicke im licht des jahres

wenn sie rollschuhe fahren die engel das es grollt platzt der himmel in grau aus allen nähten prasselt das nass bildet blubbernde rinnsale in aufgeweichten wiesenhängen dort schnappen regenwürmer nach luft dazwischen klemmen gelöste blätter über dem erdwall im vorwärtswunsch den berg hinunter verschluckt sich der gulli wegabwärts grell erleuchtet vom blitz wie getroffen verstummt die welt bis das klopfen aufhört und der nebel hochsteigt mit feuchten socken und sich in weinenden bäumen verfängt   © Chr.v.M.


 

LAUFworte : türgespräche.

manchmal klebt mein bestaunen an türrahmen durch die ich laufe im sehen nach oben ob glück oder unglück ausgeschüttet wird über besucher und bewohner ein zu machen ein aufschließen ein betreten dann und schlüsselgeräusche im klimpern bis das schnappen eines schlosses zu hören ist wie eine empörung ach du nur beim klinkendrücken ein eintretendes qitschendes öffnen von stöhnendem holz um dann schnappend  wieder  ein zu fallen in den schlossriegel der sich stolz präsentiert nun hab ich dich endlich nun aber bleib  
© Chr.v.M.


 

LAUFworte : weekend

über zauselig verwunschene baumkronen fegt der alte wind mit vollen backen schlägt grüngestrichene fensterläden mit donnergetöse gegen hausputzwände und bringt sie zum niesen hier zwischen grauziehenden regenwolken in meinem wunderland und dort ein vogel wie er nippt an dem noch trockenrostigen regenbehälter hoch darüber zittert ängstlich die letzte übriggebliebene blüte am wippenden zweig durch den spätnachmittag der mutig den neuen abend begrüßt vor meinen radiolautsprecher mit der ansage für morgen sonnig bis heiter dann ein dumpfer knall und es verdunkelt sich das erschrockene fenster nun aber schnell die kleinkarierten gartenstuhlbezüge ins haus und die aufgeplusterte empört wehende wäsche abnehmen bevor der regen alles noch einmal wäscht

ein schönes sonnigen wochenende wünsche ich  
© Chr.v.M.



LAUFworte: frühlingsblicke

ein hauch von stille in den vorgärten zertretenes grün kippt traurig flach auf heißem stein farblos die erste blüte schmilzt nur das plätschern hinter dem erdhügel wellt die luft trägt den mittag sacht auf den flügeln einer graugans  
© Chr.v.M.



LAUFworte:  im licht der ersten jahrestage

fliehende abendklänge die weide zittert und tausend töne rinnen durch sternenloser nacht über die eisblüten bestickten wege winden sie sich mit dem puls des abends der zwischen den erlahmten häuserzeilen pocht um dann an den dichtverhangen fenstern winterträge zu lehnen nur das tiefe lachen einer dame dringt welkbraun mir ans ohres und hört nur es rieseln tannennadeln auf erste neue jahrestage
© Chr.v.M.

LAUFworte  :    frühlingserneuerung



  und wieder...

hügelschwünge über dem flachland aufgeworfen bis zum himmel ackerbraune stollendem sonnenglanz nackt ausgeliefert morgens mergelgrau das erdenglück bricht in sattem grün durch die reihen auf ewig den wolken entgegen bildgleich eingerahmt das unbemerkte glücksstreben von alten wiesenwuchsbefächert bis in die letzte zarte wurzel des lebens
© Chr.v.M.




LAUFworte : frühlingswunder

das frühjahrswunder ausgebreitet auf silberglänzenden schalen gespiegelt für starrerschrockene  krähen blicknah die bleifiguren in blauschwarz wie sie dort warten auf aussaat nur auf erstickten feldern steckt der frühling grüngetünchte wiesenhalme unter storchenbeine so atme ich das wache rauschen des baches ein und unter den klapprigen flügeln der stöhnenden mühle dreht sich die wiederkehr weiter und weiter und ewig wund.© Chr.v.M.

 
 

LAUFworte : überlegungen zum BLEIBEN.

 

wie wird es im winter sein wenn die reihe der dann blattlosen linden im spreenebel untergeht schneeüberzuckerte hausdächer bettlaken in winkstarre zwischen hoppelsteinen die eisige wellen schlagen und auf den hochgestreckten glasfrontenbizarre schneeformen im gefrorenen licht den vorrübereilenden  tiefstehend blenden wie wird es im winter sein in berlin wenn die ausflugsdampfer nicht mehr touristen schaumgetragen über wellen heben vielleicht rollt sich die weihnachtsbeleuchtung durch pflasterritzen wie jetzt die goldenen sonnenstrahlen die im schwebetanz sich mit sanften tönen der glasharfe  vermischen und unter den zartgrünen lindenblättern  fibrieren direkt über mir    
© Chr.v.M.



LAUFworte : auf- und ab- ängste.


eingeengt in dieser selbstgewählten aufzugszelle ohne stäbe metallwandsicher eingepfercht die türe schwer und dicht schließt automatisch bietet atemloses ersticken beim steigen fußlos etage um etage herzklamm mit dem stockwerksblinken der blitzblanken knöpfe rot weiß rot und runterwärts im abfallen beengendes schwitzen im stürzen in unsichtbare lochschwärzen den wiederholenden druck des eingesperrt seins und feuchte hände tief seitwärts versinken zwischen der panik in die hilflosigkeit der beginnenden erahnten dunkelheit bis zum ruck dann ein  abheben und aufsetzen zwischen höhen und tiefen dumpfer stillstand befreiende beklemmung nun endlich erleichterung und gott lob sicher wieder einmal angekommen   
© Chr.v.M.




LAUFworte :  strassengrau.


siebenhundertachzig kilometer autobahn den sekundenschlaf mit bleischweren augenlidern zwischen streichhölzern bleib wach geklemmt und laut gähnend mein ich am offenen autofenster im tunnelblick gewinnt der abstand geschwindigkeit dort auf gewölbter fahrbahn zucken muskellos ampeln in blutrot selbst die kopferschöpfung krümmt sich reaktionslos am lenkrad die mich wachhaltmusik schreit nach stillstand treibt die hoffnung richtung rastplatz eine pause einen caffee aber bitte bitte halt und raus
© Chr.v.M.
 

LAUFworte  : blickfänge
 
einsinken dort in triefendes waldgrün zwischen einem bett aus tannennadeln und einatmen tief den säuselnden wind von den blättern in dieser wildromantischen paradisischen einsamkeit die so schwefelgelb leuchtet nur braucht man spitze ohren  für die synfonie und wache augen für das tanzen der schmetterlinge welch letzter buntwippender reigen der sich spiegelt auf den blauschwarzen knisterprallen beeren über denen spinnen einen silberhimmel weben um nicht nur die ersten sonnenstrahlen ein zu fangen 
© Chr.v.M.


LAUFworte  :  tagesdehnen
waldblicke im licht des jahres

sie strecken und dehnen sich weit die blattlose baumkronen über dem feuchtbraunen waldboden ein erdigpilziges einatmen rechtsseitig den weg begrenzt von moos überzogenen sandsteinflechten auf den brüchigen steinhängen um so  auffällig dort ein  leuchtend grinsendes gelb und mutig dazwischen streben junge kiefernkeimlingen dem licht entgegen noch schützend eingebettet in weichem grün und versteckt plätschert sanft der wildbach in silber und verschluckt sich im kichern
© Chr.v.M.


LAUFworte : tagesfarben

laubwälder entflammt in zitronen und honiggelb zitternd in rost und kratzenden ocker über dem starkem orange der sonnengespeicherten fachwerkhäuser die mit den herbstfarben dort leuchten im tiefen purpurrot die stolzen schattenwürfe der alten ziegelbauten mit ihren geduckten dächern reedgedeckt auf samtenen hügeln dazwischen schlängeln sich glitzernd graublaue steinwege durch das morgenstille dorf nur ab und an klappern hölzern die fensterläden als tagesgruß
© Chr.v.M.

 

LAUFworte : Abendblicke im Licht des Jahres

rubinrot rollt die abendsonne über die hutränder wartender hausreihen glüht im aufprall empört rollt zwischen dicht drängelnden abendverkehr rutscht über blitzende scheiben schlittert in müde feierabendgesichter blendet grün gelb rote ampelaugen fällt über den fußgängerbordstein und versinkt unter den gähnenden gullideckel
© Chr.v.M.

 

LAUFworte : * wanderungen und wandlungen *

es ist still geworden in den wäldern nur das flüstern des windes ist geblieben und auch das stete streben nach noch mehr nach grösse hat ein ende doch vorerst läutet die natur zum rückzug jedenfalls ist nichts vom einstigen wachstum zu erkennen und farben mischen sich in das dominante grün vereinzelt nur und doch vorhanden wie dort am wegesrand wo blüten noch winken recht einsam nun man sieht sie gerne sie räkeln sich als wüssten sie um ihre schönheit auch sie sind nur für einen augenblick und auf der lichtung wechselt der schatten seine richtung so als würde es nach süden gehen dort wo er von der dunkelheit verschont bleibt schon wollte ich ihm folgen doch laufe ich noch weiter denn auch die trüben tage haben ihren reiz und meine wanderung ist längst noch nicht zu ende
© Chr.v.M.



LAUFworte :* erahntes. *


der himmel hat heute das grau der strassen geschluckt durch alle ecken drängte sich der nebel und fiel über den stress und die hetze der menschen mir blicknah im bürofenster grauumfangene alltagsgesichter nur dort in der ecke vor dem blumentopf glänzte leuchtend rot mit zierlich schwarzen beinchen der rücken des letzen marienkäfers in diesem jahr
© Chr.v.M.


LAUFworte: überblicke

verschwiegenene orte

feucht die warme luft im treibhaus durch das üppige blattgewirr der pflanzen fällt das licht dämmrig gold auf empfindliche rosenstöcke legt sich schweratmend auf verwelkte akazienblüten die sich hinter der morschen moosbank zu einer schneewittchenwand verdichtet hatten und dort hängen die letzten lilablauen mimosen wie fallende sternchen an den dienernden stengeln ewig sportlich biegsam nur hier schmiegt sich der hibiskus in zarten pastellcreme zwischen kamelien und samtiggrünem efeu in verschwenderischer fülle dicht an die feuchte glaswand bis zum sommer nur hier um die duftenden träume einzufangen es ist mein platz zum verweilen zum ruhen um gedanken zu fassen sich sammeln dürfen mein verschwiegener ort während draußen der wind an den bäumen reißt um die allersten bunte blätter an das glasparadies zu kleben
© Chr.v.M.


LAUFworte : herbstfarben

manche tage  grau durchwirkt im regen bis die erde platzt zwischen den falten dann wieder kehrend grün aufgebrochen danach  bloß gelegt zum staunen und hinter sonnengebleichten blättern erahnte farbvielfalt im himmelbogen bis der letzter tropfen zittert seidig kühl an den wiegenden stielen ein funkelndes nass als konkurrenz im wettbewerb : color für herbsttage
© Chr.v.M.


LAUFworte : * wiederholungen. *



flacher nebel dampfend ausgebreitet auf erdbraun kühlt der morgen das ende der woche verschluckt die letzten erschrockenen tage von schall und rauch bleibt mir der staub an den schuhen ausgewandert mit den worten der liebe morgenmüde sonnenfäden zwischen den nebelfalten dort wandern meine gedanken und suchen verzweifelt die spur des begreifens eines unabänderlichen endes

© Chr.v.M.



LAUFworte: hoffnungsbeben

landmittig sommergekurbelt hinter dem campingplatz ist der kiefernwald blau mit hoffnungsrufen gefüllt  ein öffentlich
genehmigtes  landschaftsgeknutsche bis der winter die bordsteine hochklappt und der marktplatz leergefegt auf nächste schwalbenflüge wartet denn noch ist nicht zeit die einnahmen zu zählen noch tummeln sich touristen  nur die wintervorahnung verängstigt in den fugen der roten häuser und ein flachsitzen auf noch kommendes im land der tausend träumenden seen.
© Chr.v.M.

 



LAUFworte:
regentage




es hat der dienstag grau begonnen und wolken stoßen aneinander
der schwere nachtdunst am fenster zieht perlen

bald wird es trommeln wie eine befreiung hör`schon die engel kegeln …

wie atemlos still die welt ist
mit angstgeschlossenem mund  © Chr.v.M.

TAGES-Splitter: 04.07.2017



 LAUFworte : Herbststürme






wenn morgens ab sechs der sturm einzug hält und wütend sich unter dachziegeln legt
sie kippt dann laut donnernd auf die strasse wirft
der regen gußartig aus dem himmel bricht
sich  blitzschnell als bach über strassen ausbreitet
selbst unter die mülleimer mit den aufgerissenen grauen plastikmäulern
die nun leer vor angst klappern
und an der hauswand nassverklebt die dürren blätter der birke pappen
dann haben wir ende oktober

und der hausbaum stöhnt vor schmerz
sein abgerissener ast noch immer schwer tragend
ragt aus der durchweichten matschigen erde
überall liegen äpfel wie billiardkugeln nach dem spiel
dahinter mit blaulicht rast die feuerwehr an müllbergen vorbei
die der wind frech verstreut hat

sagt was bleibt mir als schnell zu spurten
mit eimern bestückt ab in den keller
ausschöpfen oder auspumpen
und hinter mir keucht empört die frage

*wo ist der goldene oktober geblieben*

© Chr.v.M.


 

 

 


Mit einem Wimpernschlag Deiner Zeit bewegst Du meine Welt.© Chr.v.M.
 
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